Planwerkstatt Luisenstädtischer Kanal

Mittwoch, 7. Oktober 2020, 17 bis 19 Uhr

Großer Bahnhof mit neun Mitarbeitern des Straßen- und Grünflächenamts Kreuzberg sowie des Planungsbüros Stattbau – und eine Vorbereitung, als hätte ein Praktikant daran gesessen. Vor drei Jahren wurde bereits geplant, das soll 100.000 Euro gekostet haben. Diese Planung zwischen Skalitzer (Wassertorplatz) und Waldemarstraße sei jetzt hinfällig, man fange neu an und wolle erst die Bürger hören, wie die Verkehrssituation verbessert werden kann.

Um diesen Bereich geht es, vom Wassertorplatz südlich der Skalitzer Straße bis zur Waldemarbrücke im Norden, de Grenze zum Bezirk Mitte.

Olaf Rabe vom Straßen- und Grünflächenamt Kreuzberg: „Vorrang für Radfahrer auf Kosten von Parkplätzen ist die klare politische Vorgabe. Der Bezirk will schnell handeln und nicht ewig planen. Die Bürger sollen sehen, dass etwas passiert.“

Gut ist, dass zahlreiche Anlieger kamen und etwas gesagt haben. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten der Änderung, weil es sich um ein Gartendenkmal handelt und zum Beispiel dieser gepflasterte Streifen neben der gemauerten Eingrenzung des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals bleiben muss. Der Denkmalschutz hat viel mitzureden. Gab es schon ein vorbereitendes Gespräch über das Gartendenkmal, was überhaupt passieren könnte? Stattbau: „Nein.“

Geparkt wird derzeit auf beiden Seiten der Straße, am Bürgersteig und gegenüber auf der Parkseite. Stattbau wiederholt: „Es besteht kein Denkverbot. Wir nehmen alle Ideen auf.“ Es bleiben aber eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Ein geschützter Radweg rechts auf der Straße, vielleicht nicht gepflastert. Oder so etwas wie eine Spielstraße nur mit Anliegerverkehr im Schrittempo, also ohne Durchgangsverkehr. Google leitet den Verkehr momentan aktiv durch diesen Straßenzug wegen Baustellen in der Nähe. Das hatte aber keiner der Planer mitbekommen.

Fahrrad-Schnellweg Luisenstädtischer Park

Hier an der Einmündung vom Oranienplatz Richtung Süden erkennt man, wie breit der Weg ist, der ehemalige Kanal. Da die Straßen gepflastert sind, fahren die meisten hier entlang. Rasen. Es ist nicht angenehm, hier zu laufen. Ich kenne die Strecke gut vom jahrelangen Joggen. Wenn der Bezirk schnell etwas unternehmen möchte, wäre es doch nahe liegend, den Radverkehr hier auszubremsen. „Drängelgitter müssen barrierefrei sein, damit Kinderwagen und Rollstühle durchkommen. Dann können auch Radfahrer durchfahren“, erläutert Olaf Rabe. Es solle eine komfortable Radverbindung geschaffen werden, damit sei freiwillig angenommen wird.

Ich hätte mir eine bessere Vorbereitung gewünscht mit deutlichen Alternativen, bei der nicht so getan wird, als stünde den Anwohnern alle Möglichkeiten offen, damit nicht der Eindruck entsteht, als sei das Beteiligungstreffen nur eine scheindemokratische Veranstaltung. Bei Sitzungen oder Besprechungen, die ich vorbereite oder an denen ich teilnehme, möchte ich entscheidungsrelevante Vorarbeit.

Das Buch zum Luisenstädtischen Kanal erschien im Berlin Story Verlag und wird 2021 zusammen mit dem Bürgerverein Luisenstadt neu und aktualisiert aufgelegt.

Thomaskirche in Kreuzberg

Autor des Buchs über den Luisenstädtischen Kanal ist der ehemalige Pfarrer der Thomaskirche, Klaus Duntze (†).

In der Thomaskirche fand am Vortag ein Treffen von 17 Menschen statt, die rund um das Engelbecken wohnen. Das waren mehr, als zu oben beschriebener Planungsveranstaltung kamen. Petra Falkenberg und ich hatten dazu eingeladen, um die Koordinierung zwischen dem Bürgerverein Luisenstadt und den Anwohnern zu verbessern, die sich aktiv und langjährig um das Engelbecken kümmern, aber nicht im Verein sind.

Erfolgreich: Es wird eine monatliches Treffen geben. Die Zielrichtung, in diesem Fall gegenüber dem Bezirk Mitte, ist die gleiche: Was wollen wir? Wie kann der Wasserstand des Engelbeckens gesichert werden? Wie kann die Qualität des Wasser wieder verbessert werden? Wie kann der rasende Radverkehr im Gartendenkmal auf den Fußgängerwegen gestoppt werden.

Eines der zentralen Anliegen: es wäre toll, wenn der Bezirk Mitte mit uns, mit den betroffenen, mit den Bürgern, um die es geht, reden würde. Da kommt eines Tages das Fischereiamt, paddelt durch das Becken, holt Fische raus – aber keiner ist informiert und weiß, um was es geht. Gerüchte kommen auf, alle Fische und Schildkröten sollten weg, sollten umgebracht werden. Es wäre so einfach, wenn die Verwaltung des Bezirksamts Mitte etwas mit den Bürgern kommunizieren würde.

Nachtrag 14. August 2020:

Jetzt ist das offizielle Protokoll Protokoll-Luisenstadt-2020-10-07_Stadtspaziergang_ELK-Strassen_Protokoll-1 fertig, und dazu gibt es eine Abbildung Plan_01-Luisenstadt Plan_01-Luisenstadt und noch eine Abbildung .