Von der Front in die Vitrine – Exponate im Bunker

Yuriy vom Nationalen Militärhistorischen Museum in Kyiv nimmt mich mit in den Donbas. Aus einer Schule holt er ein Buch. Dies ist die Geschichte:

Lauter zerstörte Häuser auf dem Weg. „Der Tod ist russisch“, steht dort.

Die Schule befindet oder befand sich im Dorf Dolyna in der Nähe von Swjatohirsk im Oblast Donezk.

Ist das ein strategisch wichtiges Dorf, dass es von den Russen zerstört wurde? Nein, da ist nichts. Dieses Dorf auf Google Maps zu lokalisieren, ist sehr einfach und geht schnell. Ein Dorf inmitten von Feldern, aber in unmittelbarer Nähe der Front. Dort gingen die Kinder zur Schule.

Die Fotos, die an einem Wandbrett hingen, lagen abgerissen auf dem Boden. Was geht in den Hirnen dieser Russen vor?

Yuriy holt dieses Buch aus der Schule. Wir haben viele Bücher, eine Tüte voll. Dieses hier ist interessant. Es geht um Geschichten, die man außerhalb der Schulzeit lesen kann. Tiergeschichten, Technik, Märchen und einmal Lenin. Das Buch wurde 1981 in Moskau gedruckt. Warum lesen die Kinder russischen Bücher? Weil sie Russisch sprechen. Und weil sie Russisch sprechen, gingen Putin und seine Berater davon aus, dass die Menschen im Donbas mit wehenden Fahnen und großer Freude zu den Russen überlaufen. Putin lag vollkommen falsch. Niemand dort will in russischer Knechtschaft leben. Die Menschen sehen ja, wie es in den russisch besetzten Gebieten ist. Der Vergleich, dass in Deutschland während der Mauerzeit keiner vom Westen in den Osten geflüchtet ist, trifft nicht so richtig. Aber alle haben gesehen, wie es in der DDR ist – nein danke.

Nur damit man sieht, dass ich echt da war. Das war am 11. Mai 2025. Auf X ist das alles ausführlich und mit Videos.

Jetzt liegt dieses Buch in einer Vitrine im Ukraine Museum in Berlin Story Bunker. Dieser Text hier ist für mich die Vorbereitung dazu, eine Ausstellungstafel zu dieser Vitrine zu entwerfen, also den Besuchern die Geschichte dieses Buchs und der Fotos zu erläutern.