Mehr Krieg bedeutet dümmere Russen

Mehr Krieg bedeutet dümmere Russen und schlechtere Gesundheit

Als am frühen Morgen des 24. Februar 2022 die ersten Marschflugkörper über der Ukraine einschlugen, begann nicht nur eine humanitäre Katastrophe – es startete auch eine beispiellose Vernichtung von russischem Volksvermögen. Was als „chirurgische Operation“ verkauft wurde, hat sich bis zum heutigen Jahr 2026 zu einem finanziellen schwarzen Loch entwickelt, das Schulen, Krankenhäuser und die Gesundheit der russischen Bevölkerung verschlingt.

Der Preis der ersten Stunden

Bereits der Auftakt war astronomisch teuer. Laut Pentagon-Angaben feuerte Russland am ersten Tag etwa 160 Raketen ab. Der erste Tag: Schätzungen beziffern den Wert der allein am 24. Februar verfeuerten Raketen auf 0,5 bis 1 Milliarde US-Dollar. Die erste Phase: Bis Ende April 2022 waren es bereits rund 1.300 Raketen. Gesamtkosten für dieses Arsenal: ca. 7,5 Milliarden US-Dollar.

Die Rechnung: Was man mit 7,5 Milliarden Dollar hätte bauen können

Um diese abstrakte Summe greifbar zu machen, lohnt sich ein Blick auf die verpassten Chancen. Hätte man dieses Geld statt in Zerstörung in die eigene Infrastruktur investiert, hätte Russland alternativ:

  • Etwa 2.500 moderne Schulen für jeweils 1.000 Schüler bauen können.
  • Über 500 hochmoderne Regionalkrankenhäuser komplett neu errichten und ausstatten können.
  • Das nationale Programm „Primäre Gesundheitsversorgung für alle“ fast dreimal vollständig finanzieren können.

Von Kaliningrad bis Wladiwostok: Bildung am Limit

Russland gibt jährlich etwa 3,7 % bis 4 % seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Bildung aus. Bei einem BIP von ca. 2,2 Billionen Dollar (Stand 2022) entspricht das etwa 85 Milliarden Dollar pro Jahr.

Das bedeutet: Allein die Raketen der ersten zwei Monate kosteten so viel wie 9 % des gesamten jährlichen Bildungsbudgets für alle Schulen und Universitäten des Landes.

Perspektive 2026: Ein Land im Ausnahmezustand

Heute, im Jahr 2026, ist das Ausmaß der Umschichtung noch deutlicher sichtbar. Aktuelle Berichte zeigen, dass der Krieg bis Ende 2025 insgesamt etwa 550 Milliarden US-Dollar gekostet hat. Diese Summe ist kaum noch zu begreifen: Sie entspricht etwa 24 jährlichen föderalen Bildungsbudgets. Sie entspricht etwa 22 jährlichen Gesundheitsbudgets.

Inzwischen fließen über 40 % des gesamten russischen Staatshaushalts in den Bereich Verteidigung und Sicherheit. Währenddessen sinken die realen, inflationsbereinigten Ausgaben für Gesundheit und Soziales stetig.

Wohlstand in Zerstörung umschichten

Die Raketen der ersten Tage waren nur der Anfang einer beispiellosen Umverteilung. Das Geld, das heute in Form von Kh-101 oder Iskander-Raketen explodiert, fehlt morgen in den Klassenzimmern und Operationssälen. Man kann es kurz fassen: Jeder Tag, an dem dieser Krieg weitergeht, ist ein Tag, an dem die russische Gesellschaft ihre eigene Zukunft – ihre Gesundheit und ihre Bildung – opfert.

Die Raketen zerstören nicht nur Ziele in der Ukraine; sie zerstören die Modernisierung Russlands.