HOSTOMEL Vitalii Rudenko schildert den Luftlandeangriff der russischen Elite-Fallschirmjäger

 

Kommandeur Vitalii Rudenko am 24. Februar 2022 am Runway von Hostomel, AI-Foto. An der Landebahn von Hostomel steht Kommandeur Vitalii Rudenko, mit blutjungen Wehrpflichtigen vor dem Nichts. Doch statt zurückzuweichen, lässt er die russischen Kampfhubschrauber hautnah herankommen und schlägt im perfekten Moment zurück. Ein Akt puren Willens, der seinen Soldaten Mut macht, den Flughafen verteidigt und den russischen Vormarsch auf Kyiv bricht.

Dieses Protokoll basiert direkt auf einem Interview mit dem damaligen ukrainischen Kommandeur Vitalii Rudenko, Oberstleutnant der Nationalgarde der Ukraine, vom 23. April 2026. Es dokumentiert die dramatischen ersten Stunden des russischen Großangriffs auf den strategisch entscheidenden Flughafen Hostomel am 24. Februar 2022.

Vitalii Rudenko auf der Landebahn des Antonow-Flughafens Hostomel vor einem abgeschossenem russischen Hubschrauber.

Die Alarmierung am Morgen des 24. Februar 2022

Etwa 10 Tage vor dem russischen Großangriff formierte der Oberstleutnant eine spezialisierte, taktische Expertengruppe, um die Verteidigung des Flughafens Hostomel zu koordinieren. Am 23. Februar 2022 absolvierten die Männer noch intensive Trainingseinheiten. Nach dem regulären Dienstende kehrten die Wehrdienstleistenden (Wehrpflichtigen) in ihre Kasernen zurück, während die Vertragssoldaten und Offiziere, die außerhalb wohnten, nach Hause entlassen wurden.

Am Morgen des 24. Februar, exakt um 05:20 Uhr, erhielt der Oberstleutnant den Alarmruf des Diensthabenden der militärischen Einheit. Er setzte sich sofort in sein privates Auto, schickte eine dringende SMS an seine taktische Gruppe, alarmierte die ihm unterstellten Einheiten telefonisch und raste zur Kaserne. Dort sammelten sich die eintreffenden Vertragssoldaten in Windeseile, beluden die Militärfahrzeuge mit Munition und Ausrüstung und bildeten eine Marschkolonne. Er schickte eine kleine Aufklärungsgruppe voraus, um sicherzustellen, dass die Ausfahrten außerhalb des Geländes frei von Saboteuren oder feindlichen Blockaden waren. Der Weg zum Flughafen betrug lediglich einen bis anderthalb Kilometer.

Der erste Raketenschlag auf die Kolonne

Noch während die ukrainische Kolonne abmarschbereit auf dem Gelände der eigenen Militärbasis aufgereiht stand, schlug eine russische Marschflugkörper-Rakete direkt auf dem Areal ein. Es war der allererste schwere Schlag in diesem Sektor. In dem Moment war völlig unklar, ob der Angriff der Kolonne selbst, der Kaserne oder bereits dem Rollfeld galt. Der Oberstleutnant fackelte nicht lange und verweigerte den Befehl seiner eigenen Aufklärer, die auf eine vollständige Überprüfung der Straße beharrten:„Wir haben noch nicht überprüft.“ Er schrie über Funk: „Kolonne, marsch! Wir können die Männer hier nicht wie auf dem Präsentierteller stehen lassen!“

Die Einheiten verließen sofort das Basisgelände und verlegten in Richtung Flughafen, wo die Fahrzeuge und das Personal weiträumig entlang der Baumreihen und zwischen den Gebäuden des Flugplatzes aufgeteilt wurden. Bis etwa 10:00 Uhr morgens blieb die Lage angespannt, aber ruhig. Der Kommandeur der Brigade gab „Skif“ (d.h. auf Deutsch Skyth) noch die Anweisung, nach Möglichkeit die Startbahn zu blockieren und Artilleriebeobachter an ausgewählten Punkten zu platzieren.

Der Hubschrauber-Ansturm (ca. 10 Uhr)

Gegen 10 Uhr morgens begann der koordinierte Großangriff der russischen Luftlandetruppen (WDW). Zuerst stürmte eine massive Welle von Angriffshubschraubern (darunter hochentwickelte Ka-52) das Gelände, gefolgt von einer großen Flotte militärischer Transporthubschrauber des Typs Mi-8, die die Elitesoldaten an Bord hatten. Der Oberstleutnant gab über Funk den unmissverständlichen Befehl an alle verstreuten Stellungen: „Männer, Feuer frei!“ Seine Zugsführer agierten hochprofessionell: Da die Soldaten über das gesamte Flughafenareal mit der 3,2 Kilometer langen Landebahn (Norden, Süden und Mitte) verteilt waren, hielten sie die Nerven. „Sie ließen die tief fliegenden russischen Hubschrauber extrem nah an sich herankommen. Erst als die Trefferwahrscheinlichkeit optimal war, eröffneten sie aus sämtlichen Rohren das Feuer.“ Zum Einsatz kamen tragbare Flugabwehrsysteme (PZRK) des Typs „Igla“, schwere Flugabwehr-Sprengkanonen (Zwillingsflak) sowie konzentriertes Einzelfeuer aus Sturmgewehren.

Die Taktik der permanenten Bewegung

Die russischen Kampfhubschrauber versuchten verbissen, die ukrainische Infanterie und die wenigen gepanzerten Fahrzeuge aufzuspüren und zu vernichten. Der Oberstleutnant befahl seinen Soldaten, unter keinen Umständen an einem Ort zu verharren, sondern permanent zwischen den Gebäuden zu rotieren und ständig von der linken auf die rechte Straßenseite zu wechseln. Dieses ununterbrochene Manövrieren irritierte die russischen Piloten massiv: Jedes Mal, wenn sie einen Angriffsanflug auf eine vermeintliche ukrainische Stellung flogen, hatten die Männer die Position bereits gewechselt, was die präzisen russischen Bordwaffensysteme nutzlos machte. Dennoch war die schiere Masse der Angreifer erdrückend: Ein ukrainischer Offizier zählte 37 Hubschrauber im direkten Luftraum, bevor er den Überblick verlor, weil die Maschinen permanent kreisten. Insgesamt attackierten etwa 50 russische Hubschrauber das Areal. [Anmerkung: Es waren weit mehr als 200]

Der Abschuss des „unbesiegbaren“ Ka-52

Nach kurzer Zeit gelang dem Kommandeur des ukrainischen Flugabwehrzuges, ein historischer Treffer: Er visierte einen der russischen Spitzen-Kampfhubschrauber Ka-52 an, feuerte eine Igla-Rakete ab und schoss die Maschine direkt ab. Falatjuk sprach seinen Kommandeur im Funkverkehr respektvoll mit „Batko“ (Vater) an. Er meldete triumphierend über Funk: „Ziel getroffen, Schlampe! Hubschrauber stürzt ab! Verdammt“ Dieser Erfolg wirkte wie ein gewaltiger moralischer Katalysator für die gesamte Truppe. Die russische Propaganda hatte den Ka-52 stets als absolut unverwundbaren, schwer gepanzerten „fliegenden Festungspanzer“ inszeniert; nun sahen die jungen ukrainischen Soldaten mit eigenen Augen, dass diese Maschinen wie reife Früchte vom Himmel fielen. Der Schütze dieses ersten Abschusses war der Soldat Serhiy Falatjuk. Die Intensität des ukrainischen Feuers stieg daraufhin massiv an. Die Männer beschädigten einen weiteren Hubschrauber so schwer, dass er zu einer Notlandung in Richtung der nahegelegenen Seen beim Ort Osero gezwungen wurde. Insgesamt wurden im direkten Umkreis zwei russische Maschinen zur Notlandung gezwungen und eine vollständig abgeschossen, bis den Verteidigern die Flugabwehrraketen komplett ausgingen.

Der Kampf auf der Landebahn und heroischer Widerstand

Um die exakten Landepunkte der feindlichen Fallschirmjäger aufzuklären, setzte sich der Oberstleutnant selbst in ein leicht gepanzertes Militärfahrzeug und fuhr mit hoher Geschwindigkeit direkt in Richtung der Start- und Landebahn. Sobald er die Höhe des großen Flugzeughangars erreichte, schlug ihm massives, konzentriertes Feuer aus Dutzenden russischen Gewehrläufen entgegen. Die Kugeln hämmerten gegen die Panzerung, und die Windschutzscheibe begann unter den Treffern komplett wie ein Spinnennetz zu zersplittern.

Rudenko reagierte geistesgegenwärtig und schrie zum Fahrer: „Hinter den Hangar, fahr nach rechts!“. In genau dem Moment, als der Fahrer das Tempo für die Kurve drosseln musste, schlug ein schweres Geschoss direkt im vorderen Kotflügel des Wagens ein – entweder eine Granate aus einer Panzerfaust (RPG) oder ein Schuss aus einer Einweg-Sprengwaffe. Das Fahrzeug wurde durch die Wucht der Detonation extrem durchgeschüttelt, doch die Panzerung hielt stand. Der Motor ging nicht aus, und der Fahrer konnte den Wagen erfolgreich aus der direkten Schusslinie hinter den Hangar retten.

In der Zwischenzeit hatten die ukrainischen Zugführer die Initiative übernommen und organisierten die Verteidigung selbstständig hinter massiven Backsteingebäuden und in einer kleinen, dichten Baumanpflanzung. Sie hielten den heranstürmenden russischen Eliteeinheiten stand, die verbissen versuchten, den Kontroll- und Towerbereich (KDP) sowie die zentralen Verwaltungsgebäude zu stürmen.

Rudenko ließ sein beschädigtes Fahrzeug umgehend verstecken, da es eine „fette Zieldimension“ für die russischen Hubschrauber darstellte, und koordinierte die Stellungen fortan zu Fuß über Funk. Er musste sich permanent zu Fuß im direkten Gefecht über eine Distanz von 200 Metern vom linken zum rechten Flügel durchschlagen, um die Moral aufrechtzuerhalten.

Die Situation war psychologisch extrem brisant: Aufgrund der Tatsache, dass der primäre, professionelle Kern seiner Militäreinheit kurz vor der Invasion für Kampfeinsätze in den Osten der Ukraine verlegt worden war, bestanden seine Truppen in Hostomel zu etwa 80 Prozent aus blutjungen Wehrpflichtigen (Soldaten im Grundwehrdienst) ohne jegliche vorherige Kampferfahrung. Er hatte immense Angst, dass die hochgradig professionellen russischen Luftlandesoldaten die unerfahrenen Jungs einkesseln oder über die Flanken überrennen würden.

Mitten im schwersten Gefecht stieß der Oberstleutnant auf einen jungen Wehrpflichtigen, der hinter einer Deckung stand und sein Sturmgewehr regungslos senkrecht nach oben in den Himmel hielt, ohne zu schießen. Auf die wütende Frage: „Verdammt noch mal, warum schießt du nicht?!“, antwortete der Junge mit zitternder Stimme: „Kommandeur, … bei mir sind die Patronen alle.“ Das war der entscheidende Wendepunkt für den Oberstleutnant. Ihm wurde schlagartig klar, dass die Munition der gesamten Einheit nach den stundenlangen Kämpfen unaufhaltsam dem Ende zuging. Er selbst hatte seinen Munitionsverbrauch durch diszipliniertes Einzelfeuer kontrolliert, doch bei den jungen Soldaten waren die Magazine leer geschossen. Zwar stand ein großer Munitionsnachschub in einem ihrer Fahrzeuge auf dem Gelände bereit, doch es war absolut unmöglich, dieses Fahrzeug zu erreichen – die russischen Kampfhubschrauber jagten gezielt jedes ukrainische Radfahrzeug auf dem offenen Gelände.

Der taktische Rückzug und der vernichtende Artillerieschlag

Rudenko forderte beim Brigadekommandeur dringend logistische Unterstützung an. Dieser befahl jedoch den sofortigen Rückzug. Der Oberstleutnant verweigerte diesen Befehl zweimal hintereinander, da er die Stellungen halten wollte. Erst als der Stabschef den Befehl zur Evakuierung ein drittes Mal mit absolutem Nachdruck bestätigte, gab er das Signal zum geordneten Rückzug. Da ein Abtransport mit Fahrzeugen aufgrund der Luftherrschaft der russischen Hubschrauber den sicheren Tod bedeutet hätte, befahl er den Männern, den Flughafen zu Fuß zu verlassen. Die Soldaten kletterten unter Beschuss über die massiven Außenzäune des Flughafenareals und schlugen sich eigenständig durch das Gelände zurück zur Militärbasis durch. Dort angekommen, erhielten sie umgehend den nächsten Befehl: Die Evakuierung der gesamten Kaserne, da ein massiver russischer Folgeschlag drohte.

Nachdem sich die ukrainischen Truppen in sichere Entfernung abgesetzt hatten, gab der Chef des Stabes den entscheidenden Befehl an die eigene Artillerie. Diese Operation war bereits lange vor dem Einmarsch akribisch durchgeplant worden: Während die Infanterieeinheiten am Morgen des 24. Februar 2022 zum Flughafen ausrückten, verlegte die eigene Artillerieeinheit zeitgleich in eine völlig andere Richtung in geheime, vorab vorbereitete Feuerstellungen. Die Geschütze waren bereits exakt auf die Koordinaten der Start- und Landebahn von Hostomel eingemessen und warteten im Zustand der absoluten Funkstille nur auf das finale Signal. Sobald Rudenko die Startbahn für feuerfrei erklärte, eröffneten die ukrainischen Haubitzen ein mörderisches Vernichtungsfeuer auf das Rollfeld. Am Nachmittag schaltete sich zudem die schwere Artillerie der herbeigeeilten 72. Mechanisierten Brigade in das Bombardement ein, nachdem die Kommunikation erfolgreich synchronisiert worden war.

Dieses massive, präzise Dauerfeuer zerfetzte die Landebahn vollständig und machte es den russischen Streitkräften absolut unmöglich, ihre bereits in der Luft befindlichen, schweren Il-76-Transporterbataillone mit Tausenden frischen Soldaten und schwerem Gerät in Hostomel landen zu lassen. Der strategische Plan der Russen, Kyiv innerhalb von 72 Stunden durch eine Luftbrücke im Sturm zu nehmen, war gescheitert. Erst nach dem geglückten Rückzug, auf dem Weg in Richtung Kyjiw, fand der Oberstleutnant das erste Mal die Zeit, seine Ehefrau anzurufen: „Alles normal, ich bin am Leben, gesund, aber das Auto gibt es wohl nicht mehr – das waren die ersten Worte.“

Kritischer politischer Seitenhieb des Oberstleutnants

Auf die Frage, warum der heroische Einsatz seiner Einheit in offiziellen Werken – wie dem unter der Federführung von General Syrsky veröffentlichten Buch über die ersten Kriegstage – mit keinem Wort erwähnt wird, äußert sich „Skif“ kritisch über die bürokratischen Strukturen: „Unsere Einheit gehörte zur Nationalgarde. In dem totalen Chaos der ersten Stunden wurde unsere offizielle operative Unterstellung in den Systemen des Verteidigungsministeriums schlichtweg nicht rechtzeitig erfasst oder bestätigt. „Für den Generalstab existierten wir in diesem Sektor auf dem Papier rein formal gar nicht.“

Dennoch betont er, dass die Menschen vor Ort, die Angestellten des Antonow-Werks und die Einwohner, die alles aus ihren Fenstern filmten, den Beitrag der Einheit sehr wohl kennen und würdigen. Er sieht sich nicht als Einzelfall: Am heutigen Tag gebe es im Osten (wie in Mariupol, Rubischne, Sjewjerodonezk oder Pokrowsk) unzählige, ebenso wichtige Heldentaten von Soldaten, die ununterbrochen Großes leisten.

Harte Kritik an den Verteidigungskonzepten des Westens

Abschließend äußert sich der Oberstleutnant zutiefst besorgt über die militärische Denkweise in Europa, insbesondere über den deutschen Verteidigungsplan. Man orientiere sich dort starr an Konzepten des 20. Jahrhunderts und verlasse sich zu sehr auf schwere Waffensysteme. Der moderne Krieg habe sich fundamental gewandelt:

 „Den Krieg, den ich im Jahr 14 angetroffen habe, den Krieg, den ich im Jahr 22 angetroffen habe, und der Krieg, der heute ist – das sind drei verschiedene Kriege. Er ist, wissen Sie, wie ein Krebstumor, wenn man nichts dagegen tut, mutiert er, entwickelt sich und fängt an, den gesamten Organismus aufzufressen.“

Das moderne Schlachtfeld wird heute von hochentwickelter optischer und technischer Aufklärung, FPV-Drohnenschwärmen, Mavics und robotischen Systemen dominiert. Schwere Waffensysteme wie der Leopard-Panzer seien ohne hochgradig resilient ausgebildete Besatzungen reiner, wertloser Schrott auf dem Schlachtfeld:

Es bringt doch nichts zu sagen: ‚Hier, die individuelle Vorbereitung des Personals wird nicht gebraucht, lasst das bleiben, lasst uns lieber Leoparden und Geparden modernisieren…‘ Blödsinn! Ohne die richtige Ausbildung ist das alles nur ein totes Stück Metall. Wenn eine Besatzung… wenn in der Nähe des Panzers eine Granate einschlägt, die Männer aber nicht den Kopf verlieren, nicht weglaufen, sondern zurückschlagen – das bringt ein Ergebnis! Wenn sich ein Infanterist beim Beschuss durch einen Hubschrauber nur noch verkriecht, anstatt das Feuer zu erwidern, gibt es kein Ergebnis. Das Ganze muss als Komplex funktionieren.“

Der eigentliche Kern von Rudenkos Aussage ist ein flammendes Plädoyer für den Faktor Mensch. Er kritisiert eine rein technokratische Sichtweise (oft von Politikern oder Theoretikern), die glaubt, man müsse nur teure Hard- und Software (Leoparden, Geparden) einkaufen, und der Krieg sei gewonnen.

Das Wichtigste auf dem modernen Schlachtfeld sei daher die dezentrale Führung und die exzellente Individualausbildung. Soldaten und Truppführer vor Ort müssen in der Lage sein, in Sekundenschnelle absolut autonome Entscheidungen zu treffen und das Feuer zu eröffnen, ohne jemals auf Befehle aus einer weit entfernten, starren hierarchischen Befehlskette von oben zu warten.

 

Rudenko, Zusammenfassung

Defensivstrategien während der Flughafenverteidigung unter Raketenbeschuss sowie feindlichem Hubschrauberangriff und anschließender strategischer Rückzug mit Artillerieunterstützung.

Alarmierung und Verteidigungseinleitung
Nach dem ersten Raketenangriff auf die Militäreinheit verlegte das Personal sofort zum Flughafen. Hierbei wurden Stellungen an der Landebahn bezogen, um feindliche Landeversuche und Flugbewegungen zu blockieren.

Gefechtsführung und Abschüsse
Durch ständige Positionswechsel wurde feindliches Feuer durch 50 Hubschrauber minimiert. Ein KA-52 Hubschrauber wurde erfolgreich abgeschossen, während weitere Fluggeräte durch koordinierten Einsatz von Flugabwehrsystemen beschädigt wurden.

Rückzug und Artillerieeinsatz
Aufgrund akuter Munitionsknappheit wurde der organisierte Rückzug befohlen. Der entscheidende Beschluss war die Aktivierung vorab geplanter Artillerieunterstützung, um das Flughafengelände nach dem Abzug der eigenen Truppen gezielt zu bekämpfen.

Details

  • Vorbereitung auf die Verteidigung des Flughafens: Etwa zehn Tage vor dem 24. Februar 2022 wurde das Kommando über die Verteidigungsgruppe des Flughafens übernommen (00:00:11). Vor Beginn der umfassenden Invasion fanden Trainingsübungen statt, und das Personal wurde gemäß den Dienstplänen eingeteilt, während an den Tagen vor dem 24. Februar zusätzliche Instruktionen durchgeführt wurden (00:04:12).
  • Alarmierung am 24. Februar: Um etwa 05:20 Uhr am 24. Februar löste ein Signal den Alarm aus, woraufhin die Mobilisierung des Personals und der Fahrzeuge am Standort der Militäreinheit eingeleitet wurde (00:04:12).
  • Beginn des Angriffs auf die Militäreinheit: Während die Kolonne zur Abfahrt bereitstand, schlug ein erster Raketenangriff auf das Gelände der Militäreinheit ein (00:06:04). Um eine Blockade zu vermeiden, wurde der sofortige Auszug in Richtung des Flughafens befohlen, noch bevor die Aufklärungsgruppe grünes Licht für die Strecke geben konnte (00:07:19).
  • Verteidigungsmaßnahmen am Flughafen: Nach der Ankunft am Flughafen wurde das Personal entlang der Landebahn und in angrenzenden Waldstücken verteilt, um den Flugbetrieb zu blockieren und die Artilleriekoordination zu verhindern (00:07:19).
  • Eintreffen der feindlichen Hubschrauber: Kurz nach der Überquerung des Kontrollpunktes näherten sich Kampfhubschrauber, darunter Typen wie KA-52, und eröffneten das Feuer auf das Flughafengelände (00:08:43). Trotz der hohen Anzahl der Angreifer (geschätzt etwa 50 Hubschrauber) leistete das Personal Widerstand (00:12:09).
  • Verteidigungstaktiken: Das Personal war angewiesen, ständig zwischen Gebäuden und Stellungen zu manövrieren, um den gegnerischen Hubschraubern keine statischen Ziele zu bieten (00:10:00). Diese Manöver erschwerten es den Angreifern, die Infanterie und Technik gezielt zu treffen (00:11:07).
  • Abschuss des ersten feindlichen Hubschraubers: Durch den koordinierten Einsatz von Flugabwehrraketensystemen, Flugabwehrgeschützen und Handfeuerwaffen gelang es, einen der KA-52 Hubschrauber abzuschießen (00:10:00) (00:12:09). Weitere feindliche Fluggeräte wurden beschädigt und zu Notlandungen gezwungen (00:13:22).
  • Einsatz an der Start- und Landebahn: Um die Lage der feindlichen Landungen besser beurteilen zu können, erfolgte eine Erkundung in einem gepanzerten Fahrzeug entlang der Landebahn. Dabei geriet das Fahrzeug unter massiven Beschuss, konnte jedoch den Angriff überstehen und einen geschützten Bereich erreichen (00:15:02).
  • Manuelle Gefechtsführung: Aufgrund der Ausdehnung der Verteidigungslinien und der Verteilung der Truppen über das Gelände erfolgte die Gefechtsführung weitgehend über Funk, wobei ständig die Positionen gewechselt wurden, um eine Umgehung durch den Gegner zu verhindern (00:17:35).
  • Munitionsknappheit und Befehl zum Rückzug: Da die Munitionsvorräte bei einigen Einheiten erschöpft waren, wurde nach Rücksprache mit dem Brigadekommandeur der Befehl zum Rückzug gegeben (00:19:06). Der Rückzug erfolgte teils mit Fahrzeugen und teils zu Fuß, wobei das Personal angewiesen wurde, sich wieder bei der Militäreinheit zu sammeln (00:20:18).
  • Artillerieunterstützung: Nach dem Rückzug auf eine sichere Distanz wurde die eigene Artillerie angewiesen, das Feuer auf das Flughafengelände zu eröffnen. Diese Positionen waren bereits vor Beginn der Invasion für einen solchen Fall vorbereitet worden (00:21:54).
  • Koordination mit weiteren Einheiten: Im Verlauf des Tages schloss sich die Artillerie der 72. mechanisierten Brigade der Verteidigung an, um das Feuer auf die Landebahn zu intensivieren (00:23:01).
  • Entschlusskraft der Verteidiger: Es wird betont, dass trotz der Spannungen und des Schreckens der ersten Stunden das Personal eigenverantwortlich und ohne Zögern handelte, da die Verteidigung des eigenen Bodens und der Familien im Vordergrund stand (00:26:07) (00:33:01).
  • Zustand der Zivilbevölkerung: Ein chaotischer Massenabzug der Zivilbevölkerung aus der Umgebung wurde erst wahrgenommen, nachdem der Befehl zum Verlassen des Flughafengeländes erfolgt war (00:28:14).
  • Lehren aus der modernen Kriegsführung: Die Bedeutung einer individuellen Ausbildung des Personals wird als entscheidend hervorgehoben (00:42:46). Moderne Kriege erfordern Flexibilität, technologische Anpassung und die Fähigkeit der Einheiten, vor Ort ohne ständige Rückfragen bei Vorgesetzten Entscheidungen zu treffen (00:41:01).
  • Erinnerungskultur: Trotz des hohen Stellenwerts des ersten Gefechts wird angemerkt, dass der Krieg viele weitere, ebenso wichtige Schlachten hervorgebracht hat, weshalb das Ereignis nicht als vergessen, sondern als Teil einer größeren, andauernden Verteidigungsleistung wahrgenommen wird (00:37:46).