The Making of Berlin

29. März 2002 --- 0

Berlin vom Anfang bis heute. Die Uraufführung fand am 29. März 2002 statt – auf VHS-Cassette. Die Eröffnungsrede hielt Prof. Christoph Stölzl, Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums. Der Film lief 20x täglich an 6.576 Tage, erreichte 131.520 Aufführungen. Auf der DVD waren 10 Sprachen – der am häufigsten verkaufte Film über Berlin.

Lindentunnel – mein Museum Unter den Linden

22. Oktober 1999 --- 0

Im Lindentunnel ein Museum zur Geschichte Berlins einrichten: ich hatte die Nutzungsoption des Senats, Pläne, einen Investor, der zwölf Millionen DM zugesagt hatte, einen Architekten – dann kam Peter Strieder (SPD) als neuer Senator: „Von mir aus können Sie von Klemann eine Option haben. Ich lasse Sie aber keinen Eingang bauen.“ Da war ich gefickt.

Chronik der Berlin Story von 1997 bis heute

20. November 1997 --- 0

Am 20. November 1997 eröffnete die Buchhandlung Berlin Story Unter den Linden als Teil eines ehrenamtlichen Projekts, einer Ausstellung zur Geschichte Berlins. Hier ist die ganze Geschichte bis heute, bis zum Bunker. Es geht aber auch um das Dinnertheater Berlin Story Salon und das Geschichtsfestival Historiale.

Das Ozonloch, FCKW und Krypton-85

3. März 1994 --- 0

Nach Tschernobyl habe ich bei der Gesellschaft für Strahlenmeßtechnik gearbeitet und 1987 in New York bei der First Global Radiation Victims Conference Prof. Ernest J. Sternglass kennengelernt, der im Alter von 14 Jahren aus Berlin entkam, 1952–1967 bei Westinghouse als Leiter des Apollo-Programms und an der University of Pittsburgh arbeitete. Mit dem Pionier der Erforschung niedriger radioaktiver Strahlendosen habe ich diese Arbeit über Krypton-85 geschrieben.

Ich war Generaldirektor eines europäischen Tourismusprojekts

12. Februar 1994 --- 0

Ich war 1993/1994 Generaldirektor eines bedeuteten Tourismusprojekts. Die Pro-Europäer sollten endlich einen Ort haben, wo sie sich treffen können. Eine Art Robinson-Club, aber mit Kultur und Hirn statt Liegestühlen und Animateuren. Nach zwei Jahren stellte sich heraus, dass ich einem Hochstapler aufgesessen war.

Nach Tschernobyl in der Sowjetunion – eine Reportage in der taz

12. November 1990 --- 0

Unwillig, unfähig, desinteressiert und faul: Nach Tschernobyl startete ich eine private Hilfsaktion, weil die NGO „Kinder von Tschernobyl“ ein Auto brauchte. Ich bekam das Geld zusammen, fuhr das Auto nach Minsk und berichtete in der taz über die Lage in Belarus. Meine Aussage ist ganz klar: Besser kann es erst werden, wenn alles vollständig zusammenbricht.

Dienstags und Freitag wurden die Ohnmächtigen eingeliefert – Glaswerke Illmenau/DDR

28. April 1990 --- 0

In Wuhan wird es abgelaufen sein wie in der DDR: Einschüchterung und Verschleierung. Ein Lehrstück. 1990 führte ich für das Europäische Parlament eine erste Bestandsaufnahme der Umweltsituation der DDR durch. Katastrophal. Ich traf mutige Menschen der Umweltbewegung, die alles riskierten, und sah menschenverachtende Verhältnisse in Industrie und Uranbergbau.

Die DDR-Opposition geht an den Start

13. August 1989 --- 0

13. August 1989. Ich bin als Reporter der taz, als einziger Journalist, bei der Gründungsversammlung der DDR-Opposition dabei. Sie wollte geschlossen bei der nächsten Wahl antreten. Es kommt keine Wahl mehr. Dass 88 Tage später die Mauer fallen würde, konnte sich keiner im Traum vorstellen. Meine Nachricht war so wichtig, dass sie am nächsten Tag in der Tagesschau kam.

Uran-Tagebau im Norden Kanadas

22. Juni 1988 --- 0

Es ist die Mine mit dem höchsten Urananteil – 2 Prozent im Durchschnitt. Bei dem Brocken, den ich geklaut hatte, waren es sagenhafte 30 Prozent. Andere brauchen dazu eine Anreicherungsanlage. Ich bin im Juni 1988 mit den deutschen Managern geflogen – zur Key Lake Tagebaumine, 600 Kilometer nördliche von Saskatoon. Vor mir war dort noch kein Journalist.

Ruanda, warum wir 1983 bis 1986 dort waren

11. April 1986 --- 0

1983 bis 1986 lebte ich mit Familie in Ruanda. Warum eigentlich? Drei kleine Kinder und die beste Zeit im Leben, das große Abenteuer zu suchen, die sechs Jahre Fabrik hinter mir zu lassen. Die Verantwortung war hoch. Nach Hause kam ich gerade noch lebend. Später kam es zum Genozid an den Tutsi, 1994.

Ruanda – Holz sparen beim Kochen mit meinem Ofenmodell

9. April 1986 --- 0

Holzmangel ist ein großes Problem. Mit diesem Herd braucht man ein Drittel weniger Holz als beim Kochen über drei Steinen. Ich habe den Herd entwickelt und in vielen Schulen im polytechnischen Unterricht propagiert – einem Pflichtfach in der 8. Klasse. Hier ist meine (französische) Unterrichtseinheit dazu.

Ruanda – ein Morgen im Gesundheitszentrum

8. April 1986 --- 0

Ich habe mich an einem Morgen einige Stunden ins Gesundheitszentrum gesetzt und die ersten 35 Fälle dokumentiert. Ins Centre de Santé kamen an jedem Tag zwischen 150 und 250 Patientinnen und Patienten – zu zwei Krankenschwestern. Vier Minuten pro Patient inklusive Statistik. Eine unglaubliche Leistung.

Protestantische Bauern in Frankreich retten 5.000 Juden vor den Nazis

1. Mai 1984 --- 0

In Frankreich auf dem Land in Le Chambon, dünn besiedelt, retten einfache Bauern 5.000 Juden. Sie versteckten sie, gaben den Kindern falsche Papier, brachten einen Teil illegal in die Schweiz. Ich war 1983 mehrere Monate in Le Chambon und sprach mit vielen, die noch lebten, machte das bekannt. Heute gehören sie zu den Gerechten unter den Völkern in Yad Vashem.

Belfast: Mein Freund Ronnie Bunting wird in seinem Haus erschossen

15. Oktober 1980 --- 0

In Belfast lernte ich Ronnie Bunting kennen. Am 15. Oktober 1980 wurde er ermordet – in seinem Schlafzimmer. Seine Frau überlebt, sein Freund im Nebenzimmer wird erschossen. Der Mord ist bis heute ungesühnt, obwohl das britische Militär die Mörder kennen muss. Ohne deren Rückendeckung wäre die Tat nicht möglich gewesen. Aus „Das kurze Leben des Brian Stewart.“

Irlands Geschichte für ein Jugendbuch

3. Januar 1980 --- 0

Die 12-jährige Majella wird 1976 auf dem Weg zur Beichte von einem britischen Soldaten erschossen. So beginnt meine Geschichte Irlands, die ich für ein Jugendbuch geschrieben habe: Auswanderung während der Hungersnot [heute Wirtschaftsflüchtlinge], die britische Erfindung des fahrbaren Galgens, die Schilderung eines Fotoreporters wie Menschen gejagt und erschossen wurden – 14 Tote am Bloody Sunday.

Rührt Euch – Antimilitaristischer Kampf in der Bundeswehr

1. September 1976 --- 0

In der Bundeswehr, damals eine Wehrpflichtigenarmee mit 18 Monaten Dienstzeit, gab es in den 1970er Jahren 100 linke Soldatengruppen. Die Antimilitaristische Gruppe Bochum hatte zur Hälfte Kontakt und koordinierte, soweit es ging. Im Rotbuch 123 haben wir zahlreiche Beispiele über unsere Arbeit in der Armee gesammelt – hier das Vorwort.

Rundreise mit portugiesischen Soldaten

6. Januar 1976 --- 0

Nelkenrevolution. Linke Soldaten verjagen in Portugal am 25. April 1974 das reaktionäre Regime Salazar. Wir besuchen mit zwei portugiesischen revolutionären Soldaten 50 Gruppen in der Bundeswehr und drehen vorher einen Film mit amerikanischen, französischen und deutschen Soldaten darüber, wie man als Soldat richtig handelt. Auszüge aus der Diskussion.

Prügelnde Zivilpolizisten wollen am 19. Mai 1973 in Dortmund eine Demonstration gegen Kreml-Chef Breschnew verhindern. Die Wirtschaftsbeziehungenzur Sowjetunion sollen nicht gestört werden, das Gas-Röhren-Geschäft. Ich komme in Gefangenschaft in einen Bunker.

17. Mai 1973 – SPD will keine Demo gegen Breschnew

17. Mai 1973 --- 0

Prügelnde Zivilpolizisten ziehen mich aus der Straßenbahn. Als Gefangener lande ich im Bunker in Dortmund. Eine Demo gegen Breschnew und den sowjetischen Sozialimperialismus soll verhindert werden. Wie heute sitzen Rußlandfreunde der SPD in der Regierung.