Belfast: Mein Freund Ronnie Bunting wird in seinem Haus erschossen

Ich habe Ronnie Bunting in Belfast kennengelernt und bei meinen Besuchen nach 1975 bei ihm, bei seiner Familie im Haus gewohnt. Ronnie war Protestant, kam aus einem loyalistischen Elternhaus. Sein Vater, Major Bunting, ein Freund und Vertrauter des protestantischen rechtsaußen Pfarrers Ian Paisly, trug entscheidend dazu bei, dass sich aus der Bürgerrechtsbewegung militante Gruppen wie die IRA und später die INLA bildeten, dessen Chef Ronnie war. Er stellte sich als junger Mann auf Seite der Republikaner, musste deswegen in einem republikanischen Stadtviertel wohnen, konnte dort aber als Protestant nicht an einer katholischen Schule unterrichten. Hier geht es in „Das kurze Leben des Brian Stewart“ um das Leben von Ronnie Bunting, um die Morde und wie ich auf der Beerdigung zweimal unter Feuer kam. Ich würde gern in London ein Museum machen: How we killed the blacks, the indians and the irish – god save the queen.

Die Täter müssen das Haus gekannt haben Um halb vier Uhr am Morgen wird die Haustür eingetreten. Genau an den drei Stellen, an denen sie verriegelt war. Die Riegel sind von außen nicht zu erkennen. Zwei Männer stürmen in das Gästezimmer, in dem Noel Little liegt. Sie erschießen ihn im Bett liegend. Suzanne und Ronnie stürzen aus ihrem Bett. Sie versuchen die Schlafzimmertür zu verbarrikadieren. Zu spät. Schießend dringen die maskierten Mörder in den Schlafraum ein, drücken sofort auf Ronnie ab. Suzanne springt den einen von hinten an, schmeißt sich auf seinen Rücken. Der schießt weiter auf Ronnie. „Kaltblütig und ruhig“ beschreibt ihn Suzanne. Suzanne wird dreimal getroffen. In die Brust, in die Schulter, in die Hand. Ronnie bricht zusammen. Während noch Suzanne mit einem kämpft, verläßt der andere den Raum, völlig ruhig, keine Aufregung ist ihm anzumerken, geht die Treppe runter und ruft „Komm, Georgie, alles klar.“ Der andere Mann folgt ihm, gibt von der Treppe aus den vierten Schuß auf Suzanne ab, der durch den Hals eintritt und aus dem Mund seitlich austritt. An der Treppe fällt Suzanne zusammen. Die Männer tragen Khaki-artige Uniformen, mit grünen, gerippten Pullovern, mit Rangabzeichen an den Schultern. Sie öffnen nicht die Tür zum Kinderzimmer. Sie kennen die Lage der Zimmer und wissen, wer sich in der Nacht in dem Haus aufhält. Mit einem roten Cortina verlassen die Mörder Turf Lodge. Die beiden Töchter rennen schreiend auf die Straße. „Meine Mammi liegt voll Blut auf der Treppe. Und ein anderer Mann!“ sagt Deidre, drei Jahre alt. Sie will nicht wahrhaben, daß es Ronnie ist, der dort tot liegt. „Ist er jetzt ein Engel?“ damit versucht Fiona, sieben Jahre alt, die Ermordung ihres Vaters zu verarbeiten. Suzanne kommt in die Intensivstation des Royal Victoria Hospitals. Sie überlebt und wird bei planmäßiger Heilung wiederhergestellt werden können.

Die einzige Zufahrtsstraße nach Turf Lodge, die nachts offen ist, wird ständig von Briten kontrolliert, ein permanent Checkpoint. Alle anderen Zufahrtsstraßen sind nachts geschlossen. In der Mordnacht gab es an der üblichen Stelle und auch nirgends sonst eine Kontrolle. Gransha, der Teil von Turf Lodge, ein ummauertes Neubaugebiet, in dem Buntings wohnten, besteht aus einem Gewirr von kleinsten Straßen und Sackgassen. Es gibt weder Straßenschilder noch Hausnummern an den Häusern. Für einen Fremden ist es nicht möglich, ein bestimmtes Haus zu finden, ohne Nachbarn zu fragen. Selbst der Taxifahrer, Republikaner und einer, der die Gegend seit seiner Kindheit wie die Westentasche kennt, konnte mich nicht ohne mehrfaches Nachfragen zum Trauerhaus bringen. Gegen drei Uhr am Morgen hielt sich eine Patrouille der britischen Armee in Gransha auf. Wie in allen anderen Wohngegenden der Welt gibt es um diese Zeit keinen Verkehr. Ein Wagen mit mehreren Personen, mitten in der Nacht, in einer republikanischen Hochburg, ist auf alle Fälle auffällig und würde immer kontrolliert. Nicht aber dieser Wagen.

In der in Frage kommenden Zeit wurde in Belfast kein Wagen gestohlen. Bei Überfällen loyalistischer Gruppen ist das bisher immer der Fall gewesen. Die Täter müssen sich sicher gewesen sein, unbehelligt zum Tatort gelangen zu können und auch beim Rückzug keinen Schwierigkeiten gegenüberzustehen, in keine Kontrolle geraten zu können. Überfälle loyalistischer Terrorgruppen wurden bisher nie mit einem Schalldämpfer durchgeführt (weil dadurch die Schußlinie verzogen werden kann und die Treffgenauigkeit leidet). Die Mörder von Noel und Ronnie waren sich so sicher, dicht an ihre Opfer heranzukommen, daß sie Schalldämpfer benutzten. Alle diese Tatsachen wiesen darauf hin, daß die Täter die örtlichen Verhältnisse genau kannten und in Absprache mit den „Sicherheitskräften“ gehandelt haben. Ronnie wußte, daß er als einer der nächsten auf der Liste derer steht, die nicht mehr lange zu leben haben. Mit seinem schwarzen Humor sprach er mit Freunden öfters darüber und überspielte seine Situation mit harten, irischen Witzen. Bei seinem letzten Verhör in Castlereagh im August wurde Ronnie bereits angekündigt, daß er demnächst umgebracht werde. Erst knapp drei Monate zuvor war Miriam Daly, die Parteivorsitzende der IRSP, in Belfast ermordet worden. Die Täter drangen ebenfalls in den frühen Morgenstunden in ihr Haus ein, fesselten sie auf einem Stuhl und durchsiebten sie mit 27 Schüssen. Die loyalistische UDA übernahm später die Verantwortung an diesem Mord. Miriam Daly war eine der entschiedensten Kämpferinnen für die politischen Gefangenen. Sie wurde in den Vorstand des nationalen (d.h. im Süden und im Norden vertretenen) H-Block-Komitees gewählt und sie war eine der aktivsten Arbeiterinnen im Komitee der Verwandten der Gefangenen. In der gleichen Art war die bekannte Republikanerin Marie Drumm (Sinn Fein) im Krankenhaus ermordet worden und ein Jahr zuvor der Mitgründer der IRSP, Seamus Costello.

Hier das Protokoll des letzten Verhörs von Ronnie Bunting:

Ronnie wurde in seinem Leben unzählige Male verhaftet und ins Verhör- und Folterzentrum Castlereagh gebracht. Nach seinem letzten Verhör gab er der Association for Legal Justice am 11. August 1980 folgende Erklärung ab: „Ich wurde mit Sean Flynn und Francis Darry (Troops Out Movement) nach einer Veranstaltung im (republikanischen) Marktviertel am 8.8.80 um 21 Uhr verhaftet. Wir wurden alle getrennt und zum großen Zentrum gebracht. Ich wurde illegal von der Armee gegen meinen Willen fotografiert. Ich verweigerte die Beantwortung aller Fragen. Wir wurden alle nach § 11 der „Prevention of Terrorism Act“ verhaftet (Notstandsgesetz). Keine Verhöre in der ersten Nacht. Ich nahm während des Aufenthalts dort keine Nahrung zu mir. Am Samstag wurden die Fingerabdrücke genommen und ich wurde verhört. Ich verweigerte die Beantwortung aller Fragen bis auf Namen und Adresse. Einer vom Geheimdienst forderte mich auf, ihm in den Magen zu schlagen, es würde mich zwar sechs Monate Knast kosten, „aber denk an die Befriedigung dabei“. Die ersten beiden Verhörer sagten, ich würde froh sein zu hören, daß ein Soldat erschossen worden wäre und vierzehn Polizisten verletzt wären, aber auch viele andere wären tot oder verletzt. Zweites Verhör: Geheimdienstler, silber, silbergraues Haar,’etwa 45 Jahre und ein fetter großer dunkelhaariger Polizist. Ich verweigerte alle Aussagen bis auf Namen und Adresse. Der Jüngere fragte, wie es mir auf der Shankill Road (Zentrum militanter protestantischer Gruppen) wohl ergehe. Es könnte arrangiert werden, daß ich drei Kugeln in den Kopf kriegen würde und meine Leute mich dann in der Leichenhalle inspizieren könnten. Der Silbergraue versuchte ungeschickt und vergeblich, mir ein Gespräch aufzuzwingen. Der Zweite sagte mehrmals: Du bist ein übler Bastard, und wir werden dich kriegen. Drittes Verhör: Ich forderte zweimal, den verantwortlichen Inspektor zu sehen, um mich wegen der Todesdrohung zu beschweren. Meine Forderungen wurden ignoriert (Geheimdienstler, Anfang Vierzig, ländlicher Dialekt). Als diese Person mitbekam, ich würde auch bei ihr nicht dazu übergehen, Fragen zu beantworten, sagte er, ich würde von ihm umgebracht. Die Methode würden Gewehrschüsse sein. Ich würde im Sarg nicht zu erkennen sein. Ich bekam noch eine Reihe herablassender Bemerkungen über die Anwesenheit meines Vaters bei meinem Prozeß zu hören. Der Sarg würde verbrannt, um meinen von Läusen und Flöhen befallenen Körper zu zerstören. Der ältere Partner dieses Bullen mit glattem blondem Haar sagte: Sieh in mein Gesicht! Das ist das Gesicht, das du sehen wirst, wenn ich Dich töten werde. Ich durchbrach mein Schweigen und fragte nach den Namen der Bullen. Sie weigerten sich, die Namen anzugeben. Mir wurde gesagt, wenn mein Vater mich umbringen würde, würde jedes irische Gericht ihm eine Medaille zusprechen. Sie würden ihn nicht überführen. Mir wurde gesagt, daß meiner Familie das gleiche widerfahren würde wie der Trainer-Familie in Porta Down (Vater, Mutter und zwei Söhne wurden von loyalistischen Banden umgebracht). Ich beschwerte mich bei zwei Ärzten und dem (uniformierten) verantwortlichen Inspektor über die Drohung mit dem Tod.“

Ronnie Bunting

Ronnie, der ebenfalls zu den Gründern und ideologischen Führungspersönlichkeiten der IRSP [Irish Republican Socialist Party] gehörte, übernahm nach der Ermordung von Miriam Daly die Hauptlast der Öffentlichkeitsarbeit. Er trat bei Veranstaltungen auf, organisierte Treffen und vertrat jetzt offiziell die IRSP. Seitdem wurde Buntings Haus wieder regelmäßig, nahezu jede Woche, durchsucht. Suzanne schrieb in ihrem letzten Brief vor dem Attentat: „Es ist wieder wie früher. Ein Jahr lang haben sie uns weitgehend in Ruhe gelassen. In den letzten zwei Monaten wurde Ronnie mehrere Male festgenommen und zum Verhör geschleppt. Unser Haus wird dauernd durchsucht.Die Mörder kannten das Haus durch die Durchsuchungen genau. Sie kannten jeden Raum, jedes Möbelstück, jedes Blatt Papier; sie wußten über jeden Besucher Bescheid. Noel Little war erst am Tag vor seiner Ermordung aus Castlereagh entlassen worden, wo er drei Tage festgehalten worden war und zu seinen Aktivitäten in der H-Block-Kampagne verhört werden sollte. Noel und Ronnie wollten am nächsten Morgen zusammen nach Long Kesh fahren und versuchen, einem Gefangenen einen Besuch abzustatten. Es wird der SAS-Geheimdienst gewesen sein, der dem zuvorkam, auch wenn die Tat selbst möglicherweise von Loyalisten ausgeführt wurde.

Noel Little war 43 Jahre alt, nicht verheiratet, lebte lange bei seiner Mutter, bis er vor einigen Monaten ihr Haus verließ, weil er ihr die häufigen Durchsuchungen und Drohungen nicht mehr zumuten wollte. Noel war Mitglied der IRSP und widmete sich hauptsächlich den Gefangenen. Er wurde ins nationale HBlock-Komitee gewählt und arbeitete beim „Komitee der Verwandten der Gefangenen“ mit. Eine Nachbarin sagte auf der Trauerfeier über ihn: Wenn wir abends fernsahen, wenn wir uns am Wochenende ausruhten, war das für Noel politische Zeit. Er ging zu Versammlungen, besuchte die Verwandten der Gefangenen, organisierte Fahrten nach Armagh und Long Kesh. Die politischen Gefangenen waren es, denen er sein Leben widmete und das war auch der Grund, warum er ermordet wurde.“

Ronnie Bunting war 32 Jahre. Er stammte aus einer protestantischen, loyalistischen Familie. Sein Vater, Major Bunting, ging in die irische Geschichte als der Mann ein, der zusammen mit dem damaligen nordirischen Premier Chinchester-Clark und dem presbyterianischen Pfarrer und loyalistischen Politiker Ian Paisley die Bürgerrechtsmarschierer auf ihrem qualvollen Marsch von Belfast nach Derry an der Burntollet Bridge zusammenschlagen ließ. Dieser dramatische Leidenszug der Bürgerrechtler, die nichts forderten, als das, was allen Menschen zusteht – gleiches Wahlrecht, keine Diskriminierung bei der Suche nach einer Wohnung und einem Arbeitsplatz – endete mit dem Versuch, die übrig gebliebenen Marschierer zu ertränken. Das war das Fanal, das den bewaffneten Aufstand in Nordirland auslöste. Ronnie nahm an der Bürgerrechtsbewegung teil und schlug sich später auf die Seite der Republikaner. Anfang der 1970er Jahre wurde Ronnie mehrere Monate interniert und von der Special Branch malträtiert. Er sei, so seine Peiniger, „eine Schande für seinen Vater.“ Nach dem Bruch mit der IRA-Officials, einem eher bravem Flügel der IRA, der bald unterging, wurde Ronnie bereits im Mai 1974 von der Official-IRA von angedroht, daß er mit dem Tode rechnen müsse, wenn er sich nicht „für 5 Jahre aller politischen Aktivitäten enthalte“.

Suzanne Bunting ist nicht deswegen am Leben, weil sie drei Kinder zu versorgen hat. Zwei Schüsse in die Brust und einer durch Hals und Gesicht zeigen, daß die Täter auch sie nicht geschont hätten. Suzanne hat Glück gehabt. Ihre Tätigkeit bei den „Frauen gegen den Imperialismus“ hat sie zum Ziel des Mordanschlages gemacht. Suzanne war häufig im Frauengefängnis in Armagh, hat Protestversammlungen und Märsche mitorganisiert und schrieb in ihrem letzten Brief vor dem Anschlag: „Unsere Frauengruppe wächst immer noch. Wir haben letzte Woche ein großes Haus aus dem Besitz des Bischofs besetzt und werden daraus ein Frauenhaus machen, was dringend nötig ist.“

Die Traueranzeige für Ronnie Bunting und Noel Little ist von der IRA und der INLA unterzeichnete, „The Republican Movement Belfast“. Ronnie hielt in einem Social Club in Ballymurphy engen Kontakt zu den IRA-Leuten. Darunter war besonders Martin McGuinness, vorher zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil 1973 in seinem Auto 113 Kilogramm Sprengstoff und 5000 Schuss Munition gefunden wurden, nachher Deputy First Minister of Northern Ireland.

Als ich am Vorabend der Beerdigung in Belfast ankam, konnte ich Zeuge eines erneuten Mordversuchs werden. Ein angeblicher Bruder von Ronnie rief Sean Flynn an, der auch in der IRSP ist und mit Ronnie im August in Castlereagh war. Dieser „Bruder“ erkärte, Major Bunting sei bereit, Ronnies Leichnam für ein republikanisches Begräbnis freizugeben, er bestehe nicht mehr auf einer Beerdigung in der Familiengruft. Es seien nur noch einige technische Fragen zu klären. Kurz danach das nächste Telefonat: Der Leichnam könne sofort in einer bestimmten Leichenhalle abgeholt werden. Sean Flynn und einige Freunde machen sich fertig. Ich erinnere daran, dass Ronnie ein Einzelkind ist. In dem Moment berichtet auch das Fernsehen in den Nachrichten, daß sich im loyalistischen Ort der Familiengruft, in Donaghadee, eine Bürgerinitiative gebildet habe, die „diesen Verräter [Ronnie Bunting]“ nicht auf Ihrem Friedhof dulden werde. Der Major bestehe aber auf der Beerdigung in der Familiengruft. Am nächsten Morgen soll Ronnie im engsten Familienkreis beigesetzt werden. Ich fahre mit drei seiner engsten Freunde in einem ziemlich rappeligen Wagen nach Donaghadee. Es geht durch kleine Orte. In einem werden wir beschossen. Mit vier Personen im Auto, die Sniper, die Heckenschützen nicht sehen, nicht wissen, ob es mehr werden oder ob es aufhört – wir haben Glück gehabt. Ich wäre ein prominentes Ziel gewesen, propagandistisch gut auszuschlachten.

Nur wenige Freunde trauen sich auf den Friedhof, der von 20 bis 30 Special Branch Leuten umgeben ist. Ich treffe erstmals den Vater von Ronnie, Mayor Bunting. Ein geschlagener Mann. Sein Sohn hat sich von ihm entfernt – aber ihn immer noch gelegentlich besucht. Mayor Bunting stirbt wenige Jahre später an Gram.

Trauermarsch für Noel Little und Ronnie Bunting auf der Falls Road Richtung Milltown Cemetry. Bunting war zuletzt Chef der paramilitärischen, linken Irish National Liberation Army, INLA, der vorgehalten wurde, für den Tod des Förderers von Margret Thatcher in der Conservative Party verantwortlich zu sein, Airey Neave. Neave wurde 1979 im Parkhaus des Palace of Westminster durch eine Autobombe ermordet.

Noel Little war am Tag zuvor beigesetzt worden. Am Nachmittag versammeln sich Tausende zum Trauermarsch für Ronnie und Noel. Ein Sarg für Ronnie wird symbolisch die Falls Road entlang getragen. Die Männer wechseln sich ab – ich auch. Der Friedhof mit 200.000 Gräbern liegt einerseits an einer Straßengabelung und auf der anderen, abschüssigen Seite, mehrerer hundert Meter entfernt, verläuft eine Autobahn. Als ich an der Spitze der Trauernden Richtung Republican Plot der INLA gehe, werden aus Richtung Autobahn zwei Raketen auf uns abgeschossen, wahrscheinlich SAM 7. Wieder Glück gehabt. Ein Wagen rast davon. Am Grabmal der Republikaner, an der Gedenkstätte der INLA im Milltown Cemetry Friedhof, werden Kränze und Blumen niedergelegt.

Die republikanischen Gefangenen sind bald darauf zur Wiederanerkennung des politischen Status in den Hungerstreik getreten. Zehn sterben. Wenig später werden auf diesem Friedhof Bobby Sands und die anderen Hungerstreiker beerdigt. Sie forderten Anerkennung als politische Gefangene. Magret Thatcher, die Eiserne Lady, ließ sie sterben. Kurz darauf begann der Falkland-Krieg.

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