09 River Kwai – Asien im Februar 2020

Und darum geht es: Nachdem das Kaiserreich Japan im Zweiten Weltkrieg 1942  Thailand besetzt hatte, arrangierte die thailändische Regierung sich mit den Besatzern und trat auf japanischer Seite in den Krieg ein. Die japanische Generalität strebte eine Verbindung der Eisenbahn Thailands mit der in Burma an, um den langen und damit riskanten Transport über See um die Malaiische Halbinsel, durch die Straße von Malakka und um Singapur herum zu vermeiden. Sie wollte damit strategisch den Angriff auf Britisch-Indien vorbereiten.
Death Railway 1943.
Britische Kriegsgefangene aus japanischen Gefangenenlagern mussten die Strecke bauen.
Im Film geht es darum, dass ein erzkonservativer, im britischen Militärmythos verhafteter Kommandeur 1943 darauf besteht, dass Offiziere nach der Genfer Konvention, von Japan nicht unterzeichnet, als Gefangene nicht zu körperlicher Arbeit herangezogen werden dürfen. Der japanische Lagerkommandant muss die Brücke aber termingerecht fertigstellen – sonst bleibt ihm nur der Selbstmord. Der britische Kommandeur will die britische Überlegenheit beweisen, nimmt den Bau der Brücke selbst in die Hand, wird fertig – und erkennt in seinem Stolz oder Überlegenheitsdünkel nicht, dass er dem Gegner in die Hände gearbeitet hat. Shoot Out. Sprengung. Gibt es auf YouTube, zweieinhalb Stunden. Klassiker.
Im Museum an der River Kwai Brücke über den zweiten Weltkrieg wird die Geschichte mit Zeichnungen erzählt.
Folternde Japaner.
Eine Pferdekutsche, mit der japanische Offiziere ausfuhren. Zur Erinnerung: Beim Angriff der Wehrmacht auf Russland waren 600.000 Pferde dabei.
Ein Jeep für den Einkauf in der nahe gelegenen Stadt Kanchanaburi.
Hier dient das Fahrrad als Rikscha. Ich erinnere mich daran, dass im Stadtmuseum von Singapur, in dem ich diesmal nicht war, japanische Räder stehen, mit denen die Invasion quer durch Malaya nach Singapur erst möglich wurde.
Keine Verherrlichung! Hitler steht hier mit anderen Diktatoren wie Mussolini, General Yamashita, Baron Hiranuma in der Abteilung Kriegsverbrecher.
Es ist das schmutzigste Museum, das ich jemals gesehen habe, mit desinteressierten Mitarbeitern, und es war auch der am schlechtesten organisierte Ausflug in zu kleinen Fahrzeugen mit völlig inkompetenten Guides. Aber nichts kann die eigne Anschauung ersetzen. Aber weil das Internet ÜBERALL sehr gut war, konnte ich laufend Wikipedia und andere Quellen lesen und zwischendurch alles Twittern, auch die Videos.
Irgendwann muss es ja auch mal ordentlich angefangen haben, jemand hat sich Gedanken gemacht, gesammelt, aufgebaut …
So viele Tote beim Bau der Bahntrasse. Wir sehen später den Friedhof in Kanchanaburi.
Die Brücke und das Kriegsgefangenenlager.
Dieser Fluss hier … jetzt heißt er River Kwai, aber erst seit den 1960er Jahren. Bis dahin war es der Mae Nam Mae Klong. Weil aber der Tourismus nach dem Film so intensiv wurde, wurden Film und Brücke harmonisiert, in Übereinstimmung gebracht, einfach indem der Fluss oberhalb von Kanachanaburi umbenannt wurde.
Man kann darüber laufen, aber besser nicht, wenn gerade der Zug anfährt:
Train # 257, from Thakilen-Nam, foreign tourists 150 Baht each including soft drink 🙂
Waghalsige Bahnfahrt den Fluss entlang.
Sai Yok Noi Waterfall im National Park Kanchanaburi
Kanchanaburi, Kriegsgefallene.
Der Friedhof in der Nähe des River Kwai. 15.000 Kriegsgefangene und 100.000 Zivilisten amen beim Bau der Bahntrasse um – durch Krankheiten, Unterernährung, Erschöpfung und Misshandlung durch die Japaner.

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