07 Bangkok – Asien im Februar 2020

Bangkok begeistert mich. Die alten Thai-Holzhäuser, die Jim Thomson gesammelt hat; Wat Arun, der farbenfrohe buddhistische Tempel und der Königspalast und? das Nachtleben – auch als Museum mit phantastischem Guide.
Bangkok. Von meinem Zimmer aus sehe ich auf den Chao Phraya und gegenüber auf das größte Einkaufszentrum Asiens Iconsiam. Auf dem Fluss ist so viel Verkehr wie auf einer Autobahn, Tag und Nacht, mit Fähren, privaten Booten, sehr vielen touristischen Fahrten aber auch mit industriellen Transporten, also mit Schleppern, die zwei, drei oder gar vier Kähne ziehen.
Die Schulen sind heute und in den nächsten tagen in Bangkok geschlossen. Wegen Corona? Nein, wegen Smog.
In den Medien erfahre ich von der weiteren Verbreitung von Corona.
Ich mache mich auf den Weg zum buddhistischen Tempel Wat Arun.
Wat Arun, der Tempel der Morgenröte, der schönste Tempel Bangkoks, direkt am Chao Phraya. Die Verzierungen bestehen aus kleinen Keramikkacheln. Auf den Turm, den Phra Pang, gelangt man über steile Treppen. Das Leben und die Erleuchtung Buddhas sind hier abgebildet. Es gibt Hindu-Götter, dreiköpfige Elefanten, den Gott Vishnu, Kronen, Wächter, Edelfrauen und mythologische Löwen.
Etwas Schatten vielleicht, es ist zwischen 30 und 40 Grad. Mir wird bewusst, dass ich mich freue über diese Pracht, aber nichts über Buddha weiß.
Hier ist es einfacher, im Jim Thomson House Museum. Es geht um kunstvolle Thai-Häuser aus vergangener Zeit, die der amerikanische Unternehmer (verschollen 1967) im ländlichen Thailand aufgekauft, in Bangkok wieder aufgebaut und mit seiner Kunstkollektion ausgestattet hat.
Die Jim Thomson Stiftung führt.
Im Museum wohnen. Was für ein wundervolles Gefühl, sich so umgeben zu können.
Ewiger Wohlstand ist das Versprechen der Mall IconSiam.
Mir reicht erst einmal was auf dem Teller.
Es gibt so normale Restaurants.
Und welche, die Street Food imitieren. Das ist auch ganz unterschiedliches Essen.
Die Toilette des ewigen Wohlstands.
Von der Mall verkehrt zum Hotel ein eigens Boot, ein Shopping Shuttle.
Kunst/Mode in einem Pavillon am Hotel.
Ich sehe mir das Nationalmuseum an, The Palace of the Front, erbaut 1782 wie der Königspalast.
Die angenehmste Transportmöglichkeit und die interessanteste Strecke führt wieder über den Fluss.
Augen auf im Straßenverkehr, da lernt man immer was, zum Beispiel, wie das mit der Energieverteilung in der Stadt funktioniert.
Eine Holzschnitzerei aus dem 17. Jahrhundert – 300 Jahre alt
Das Spielzeugmodell eines Prinzessinnenthrons im Nationalmuseum Bangkok, auch etwa 300 Jahre alt.
Dieses Modell eines (damals noch unbekannten) Leuchtturms baute und schenkte ein britischer Kaufmann dem König im Jahr 1867 zu dessen 60. Geburtstag.
Sänften
Königliche Begräbniswagen
Erotische Darstellungen kommen auch im Nationalmuseum Bangkoks nicht zu kurz.
Corona, ich werde wieder daran erinnert. Auf CNN berichtet der Journalist mit dem Reichstag und der deutschen Flagge im Hintergrund über Corona im Iran.
Ein Tag im Palast des Königs. Bis 1946 hat er hier tatsächlich residiert. Die wichtigsten Ministerien waren seit 1782 angesiedelt, das Schatzamt und die königlichen Wachen. Der Innere Hof im nördlichen Teil des Palastes, in dem nur Frauen zugelassen waren, ist von einer hohen Mauer umgeben. Jetzt ist der König etwas nach außerhalb gezogen. Ich konnte die einzelnen Teile des Palastes bei meinem Besuch nicht gut auseinander halten. https://www.royalgrandpalace.th/th/home
Am stärksten beeindruckt hat mich der mehrere hundert Meter lange Wandfries mit Beschreibungen von Tempeln, Huldigungen, Schlachten, Vergewaltigungen, Geistern und reichlich Vergnügungen sexueller Art. Vielleicht sind das etwas reichlich Abbildungen hier. Ich hätte Hunderte 🙂
Von den Tempeln der Lust im Königspalast zu denen von heute. So sieht das Nachtleben in echt aus …
… in einer Art Markthalle.
Aber richtig interessant wird es im Patpong Museum, in dem Sucky erzählt, wie alles mit dem Nachtleben anfing, welche Rolle die CIA spielte, wer die ersten Clubs und Bordelle eröffnete, wie er sein erstes eröffnete, nämlich 1974, wer Patpong zum Rotlichtviertel mit Sex und Drugs und Rock ’n Roll machte. Sucky ist genauso alt wie ich, gleicher Jahrgang. Naja, ein halbes Jahr jünger als ich. Er weiß, was abging. patpongmuseum.com
Ich komme da rein und denke: das ist ja wie im Berlin Story Museum: Die Anordnung, die Rahmungen, einige Modelle, nicht so sehr viele Exponate, aber alles sehr anschaulich.
Vietnamkrieg. Lam Thi Dep, 24 Jahre alt, zweimal Witwe, mit dem US-amerikanischen Standardgewehr M 16. Das Rotlichtviertel Patpong hängt unmittelbar mit dem Vietnamkrieg zusammen.
Die CIA finanzierte antikommunistische Propaganda.
Auch Propaganda in Form von Comics.
Drogen wurden von US-Soldaten im Helikopter transportiert.
Vietnamkrieg. Psychophaten. Man wollte ihm nicht glauben, dass er so viele umgebracht hat. da schnitt er jedem Toten ein Ohr ab und reichte das ein.
Dann eröffnet der US Air Force Pilot Rick Menard 1969 die erste GoGo-Bar.
Es gab am Anfang Zeiten, als Bikinis getragen werden mussten. Das aber lange, bevor Sucky 1983 David Bowie durch Patpong führt.
Sucky erklärt am Modell, wie Patpong allmählich wuchs. Das Modell sieht aus wie die Dresdnerstraße im Kreuzbergmuseum FHXB.
Er zeigt mir auch gleich, wo ich nachher noch gut eine Pizza essen gehen kann.
Nämlich da, wo die Bar-Szenen von Deer Hunter in Patpong gedreht wurden, ist jetzt eine Pizzeria.
Sucky war 1969 noch nicht dabei. da hat er gerade in den USA studiert. Aber seit er zurück kam, hat er mit Patpong zu tun. Tag und Nacht.
Und das haut mich ja dann ganz um. Da haben die doch tatsächlich unseren Eisernen Vorhang nachgebaut. Sucky kann nicht erklären, warum der da eigentlich hängt.
Ich war jetzt 1x da. Wenn man 5x kommt, gibt es ein T-Shirt.

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