05 Phnom Penh – Asien im Februar 2020

Kambodscha soll ziemlich arm sein. Das habe ich immer wieder in Vietnam gehört. Ich kann das nicht beurteilen. Aber als ich etwas Essen gehen wollte, kam ich an diesem Restaurant vorbei, habe dann auch hineingesehen, damit ich ausschließen konnte, es sei vielleicht doch ein Autohaus. Aber es speisten dort die zu den SUV passenden Familien.
Vom Hotelzimmer aus, eher Stadtrandlage.

Wie überall tun es mir die Roller an.

Abends fahre ich zu einem Street Art Festival – und werde überrascht.
Street Art im Shopping Centre – ach so.
Und warum Street Art Festival? Anlass ist 55 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Kambodscha und Singapur- steht auf einer Tafel.
Und damit hatte ich ganz und gar nicht gerechnet: ein Film aus Kambodscha in Khmer, aber gut verständlich, ein LGBT-Film, verpackt in eine Krimi-Geschichte mit einem ekelhaftem Dorfbürgermeister, gegen alles Schwule und Andere von der Angst besessen, dass sein Sohn davon angesteckt wird, der am Ende zum Guten wird. Drama, aber durchgehend sehr lustig und mit reichlich Kampfsporteinlagen. Darüber haben sich die zuschauenden Kinder gefreut.
Hier einer der Trailer https://www.youtube.com/watch?v=7P2YYjcRUCY
Diese Münze tauchte 2012 auf dem „russischen Markt“ in Phnom Penh auf, wurde verkauft, dann konfisziert und es stellte sich heraus, dass sie aus dem 7. Jahrhundert stammt. Der Chef der Nationalbank beschloss daraufhin, ein Museum zu machen, hatte aber keine Ahnung und erzählt das auf einem Video sehr anschaulich. Ich dachte vorher „Ach, wieder so ein Münzmuseum“, aber es war ganz anders, toll gemacht.
Unten rechts auf der Münze eine Swastika. In einem anderen Film wird der Fund rekonstruiert: Beim Verlegen von Glasfaserkabel auf dem Land fand eine Frau 20 Kilogramm Münzen. In einem weiteren Film, wie ein kleiner Spielfilm, wird der handel auf einem Markt früher gezeigt, was man alles hin- und hertauschen musste, um zu erhalten, was man wollte – und wie einfach es dann mit Geld als Tauschmittel wurde. Geldscheine hingegen, von den Franzosen eingeführt, wurden von der Bevölkerung in kleinere Einheiten zerschnitten, „geteilt“.
Die andere Seite mit der aufgehenden Sonne . Münzen wie diese aus dem Königsreich Ankor wurden bis in den Norden Thailands gefunden, im Mekong-Delta und bis Indien. Die frühen Handelswege lasen sich anhand der Münzfunde rekonstruieren. Und schon wird es interessant. Die Roten Khmer schafften das Geld ab, Chaos entstand.
Ein altes Gebäude wurde komplett ausgehöhlt und zum Sosoro-Museum.
Chea Chanto, governor of the National Bank of Cambodia, said the museum, dubbed Preah Srey Icanavarman Museum, displays monetary troves and artifacts dating from the Funan era in the first to sixth centuries. “The museum is divided into 12 modules, describing the history of Cambodia, while highlighting the economic and monetary system from Funan era to the present,” he said

Das Museum ist besser als die Homepage
http://www.sosoro-nbcmuseum.org.kh/
Handelsrouten, wie sie sich anhand der Münzen verfolgen ließen.
Nie habe ich erlebt, dass sich Wirtschaftsleute so wenig ernst nehmen, dass sie ihre Wissenschaft mit Meteorologie vergleichen. Es geht am Ende auch um die Globalisierung, um Inflation, Deflation, Money Supply, Geldpolitik. Wenn ich nochmal ein Museum machen sollte, würde mich das reizen. Oder Kriminalität.
Das Museum über die Geschichte Kambodschas
in Phnom Penh, wieder in einem wundervollen Gebäude.
Mit einem weitem Innenhof, um den herum das Museum läuft.
Göttinnen, Statuen aus der Ankor Periode, 12. bis 13. Jahrhundert

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