03 Vietnamkrieg – Asien im Februar 2020

War Remnants Museum – Das Museum zur Erinnerung an den Krieg. Es ist das mit Abstand am häufigsten besuchte Museum Saigons. Ich besuche dieses Museum, das Stadtmuseum und die Tunnel der Vietcong.
Tigerkäfige. In einem Bereich außerhalb des Museumsgebäudes sind die Folterinstrumente zu sehen.
Die ersten Kanonenboote der Franzosen kamen 1858, der erste Indochinakrieg der Franzosen (1946 bis 1954) endete mit der Teilung Vietnams. Der Norden wurde dann von China unterstützt, der Süden von den USA – es begann der Vietnamkrieg. Vereinigung beider vietnamesischer Staaten 1976 unter (bis heute) kommunistischer Führung.
Keiner dieser drei Franzosen wurde je als Kriegsverbrecher belangt. Navarre, der Oberbefehlshaber, veröffentlichte 1956 ein Buch Agonie de l’Indochine, in dem er die Schuld für die französische Niederlage in Indochina bei den französischen Politikern, Intellektuellen, Journalisten und Kommunisten suchte.
Die USA trugen erheblich zur Finanzierung des Kriegs der Franzosen ei.
Mit dem Zwischenfall im Golf von Tonkin Anfang August 1964, ein angeblicher Angriff der Nordvietnamesen auf die Amerikaner, begann der Vietnamkrieg. Er endete am 1. Mai 1975 nach der übereilten Evakuierung der letzten Amerikaner aus Saigon mit der bedingungslosen Kapitulation Südvietnams gegenüber Nordvietnam.
Das Museum ist riesig. Ich habe sehr viele Amerikaner gesehen, viele Franzosen …
… aber auch Besucher aus Malaysia.
Es endet mit der internationalen Anti-Vietnamkrieg-Bewegung.
Bomben und Granaten wurden von den VietCong gesammelt. Es gab Werkstätten (die wir später noch sehen), in denen sie verarbeitet wurden.
Der Feind versteckte sich in den Wäldern. Der Feind, das war das Volk. Deswegen setzten die Amerikaner Agent Orange ein und entlaubten großflächig Waldgebiete in Vietnam und Laos. Ich besuche später eine Behindertenwerkstatt mit Kindern der dritten Generation, die Schäden haben, wie wir sie von Contergan kennen. Zwischenprodukte für Agent Orange lieferten auch die deutsche Firma Boehringer Ingelheim und das tschechoslowakische Unternehmen Spolana. 2002 litten nach Schätzungen des Roten Kreuzes etwa eine Million Vietnamesen an gesundheitlichen Schäden durch Spätfolgen von Agent Orange, darunter sind etwa 100.000 Kinder mit angeborenen Fehlbildungen
Am 30. April 1975 wird die Hauptstadt Südvietnams evakuiert, Saigon. Evakuiert werden die Amerikaner und sehr wenige ihrer vietnamesischen Gefolgsleute. Auf dem Gemälde sieht man den Einzug der Vietcong in Saigon. Mehr als 500.000 amerikanische Soldaten operierten zeitweise in Vietnam, mehr als 58.000 von ihnen fielen im Kampf gegen den Vietcong. Aber auch diese Aussage hat Berechtigung: „Verzweifelte Menschen setzten alles daran, den neuen Herrschern zu entgehen.“ Sie wurden von den Amerikanern im Stich gelassen.
In Werkstätten werden die Bomben der Amerikaner weiterverarbeitet.
Mit Sprengstoff füllen.
Hier folgen die Fotos des Vietnamkriegs aus der Perspektive der vietnamesischen Kämpfer, der VietCong. Im Kriegsmuseum [War Remnants Museum] war die amerikanische Perspektive stärker betont.
Cu Chi, die Tunnel der Vietcong – und hier die Waffen der Amerikaner. Vor allem Amerikaner sehen sich das an. Cu Chi liegt außerhalb von Saigon. Man fährt zwei Stunden zu dieser Gedenkstätte des Krieges, die an den Kampf der Vietcong erinnert.
Einer der ersten asynchronen Kriege der Neuzeit, die von der wirtschaftlich und waffentechnischen Nation verloren wurde. Das ist der Hintergrund für den Ruf der Demonstrationen in den westlichen Ländern: „Schafft ein, zwei, viele Vietnam – Sieg im Volkskrieg.“
Was geht einem bei so einem Touristen-Auflauf durch den Kopf? Die Menschen möchten das sehen. Sie sind hier wegen Zeitgeschichte. Auch wenn sie sich manchmal komisch verhalten oder kichern – sie lauschen den Guides und sehen sich alles genau an.
Man kann die Tunnel weder sehen noch ahnen.
Durch ein extrem langes Tunnelsystem und über den Ho Chi Minh Pfad brachten die Vietcong Waffen aus dem Norden in den Süden.
Diese Tunnel sind touristengerecht, aber doch eindrücklich angelegt.
Eine Ambulanz im Untergrund
Abends bin ich in Ho Chi Minh City zurück. In der wundervollen, dynamischen Stadt ist nichts zu spüren vom Krieg, der vor 45 Jahren zu Ende ging. Es ist etwas anders als Berlin 1990, also 45 Jahre nach 1945. Mit der deutschen Wiedervereinigung war die Nachkriegszeit vorbei. Aber die Narben des Krieges in Berlin waren überall noch sichtbar. Jetzt 2020, sind auch diese Narben zum großen Teil verschwunden.

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